Kanton Bern für seinen Renaturierungsfonds ausgeze (13.10.2009)

Am 23. November 1997 schaffte das Berner Stimmvolk die Voraussetzung für eine Spezialfinanzierung zur Aufwertung von Gewässern: den Renaturierungsfonds. Zehn Prozent der jährlichen Abgaben für die Wasserkraftnutzung lässt der Kanton in den Fonds fliessen. Ziel des Renaturierungsfonds ist die Verbesserung und Wiederherstellung von Lebensräumen und Funktionen natürlicher Gewässer. Der Fonds unterstützt Gemeinden und Private durch die subsidiäre Finanzierung von Restkosten und schafft dort Anreize, wo ein Handlungsbedarf ausschliesslich oder überwiegend aus ökologischer Sicht besteht. Diese Pionierleistung des Kantons Bern ermöglichte es, in den über zehn Jahren seit der Gründung des Fonds mehr als 450 Projekte mit insgesamt über 28 Millionen Franken zu unterstützen. Dadurch konnten Lebensräume an und in Gewässern aufgewertet werden, in der Regel im Zusammenwirken mit wasserbaulichen Vorhaben für den Hochwasserschutz und den Gewässerunterhalt. Diese Leistung wird mit dem Gewässerpreis 2009 ausgezeichnet. «Die Vergabe des Gewässerpreises 2009 an den Kanton soll auch Signal an andere Kantone sein, dem guten Beispiel Bern nachzueifern», so Reto Wild, Ingenieurbiologe.Hunzigenau – musterhaftes Beispiel Stellvertretend für alle anderen Projekte erfolgte die Gewässerpreisverleihung in Rubigen, der Standortgemeinde der Hunzigenau an der Aare. Die Hunzigenau ist ein musterhaftes Beispiel einer Hochwasserschutzmassnahme. Dank umfangreichen Renaturierungsmassnahmen (siehe Box) konnte der Lebensraum im und am Wasser ökologisch stark aufgewertet werden und die Uferzone wird nun von der breiten Bevölkerung als Naherholungsgebiet genutzt.genutzt. Baudirektorin Barbara Egger-Jenzer betonte anlässlich der Preisverleihung, dass nicht nur die Natur, sondern auch der Mensch von Renaturierungen profitiere: Einerseits sind Renaturierungsmassnahmen auch Hochwasserschutzmassnahmen. Den Gewässern und der Natur mehr Raum zu geben, schütze die Menschen besser vor Naturgewalten, legte Barbara Egger-Jenzer dar. Anderseits schaffen Renaturierungen auch Naherholungsräume für Menschen, wie das Beispiel der Hunzigenau zeige. Volkswirtschaftsdirektor Rickenbacher zeigte sich überzeugt davon, dass die Verleihung den Kanton Bern anspornen wird, auch weiterhin für die Renaturierung der bernischen Gewässer einzustehen. Er unterstrich dabei, dass es aus ökologischer Sicht sehr wichtig sei, wenn aus weitgehend kanalisierten Fluss- und Bachläufen wieder verzweigte, lebendige Gewässer geschaffen würden.
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