Projekt «Fischabstieg»
 

 

 


 

Fische vor einer Leiteinrichtung im Modell (VAW, 2013)

Flusskraftwerke können Wanderhindernisse für flussauf- oder -abwärts migrierende Fische darstellen. Aus diesem Grund werden bereits seit Jahrzehnten erfolgreich Anstrengungen unternommen, Wasserkraftwerke für Fische in beide Richtungen passierbar zu machen. Während für den Fischaufstieg mittels Fischtreppen oder Umgehungsgewässern mittlerweile ein guter Stand der Technik existiert,   bleibt der schonende Fischabstieg eine  Herausforderung. Es fehlt Grundlagenwissen. 

Forschungsprojekt I (2011-2015)
Deshalb haben die Betreiber der Wasserkraftwerke an Aare, Reuss, Limmat und Hochrhein über ihren Verband Aare-Rheinwerke (VAR) im Jahre 2011 ein erstes Forschungsprojekt zur «Gewährleistung eines schonenden Fischabstiegs an grösseren mitteleuropäischen Flusskraftwerken» lanciert. Mit der Forschung beauftragt wurden die Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich und das Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs (Eawag). Die Arbeiten, die Anfang 2015 mit der Dissertation «Leitrechen an Fischabstiegs-anlagen – Hydraulik und fischbiologische Effizienz» (VAW-Mitteilung Nr. 230, vgl. Box in rechter Spalte und Filme am Schluss der Seite) abgeschlossen wurden, haben auf Stufe Labor interessante Erkenntnisse geliefert, namentlich zu mechanischen Verhaltensbarrieren, sog. Leitrechen oder Bar Racks mit Bypass. Gleichzeitig sind aber viele neue Fragen aufgetaucht: einerseits zur technischen Umsetzbarkeit bei grossen Flusskraftwerken und andererseits zum grossräumigen Wanderverhalten der Fische in unseren Gewässern. 

Forschungsprojekt II (2017-)
Für die weiteren Untersuchungen zum Fischabstieg an grossen Flusskraftwerken hat der VAR zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt und den betroffenen Kantonen ein Folgeprojekt von gesamtschweizerischer Bedeutung lanciert. Die Zielsetzung besteht in der Prüfung der Machbarkeit von Leitrechen an konkreten Fallbeispielen sowie in der Untersuchung des Fischverhaltens, weiterer Abwanderkorridore und Verletzungsraten. Folgende zwei Schlüsselfragen stehen im Vordergrund: Sind Leitrechen an grossen Flusskraftwerken technisch umsetzbar und zu welchen Kosten? Gibt es kosteneffizientere Alternativen für den schonenden Abstieg und wenn ja, welche?  An zwei repräsentativen Kraftwerken soll je ein technisches Vorprojekt für den Einsatz der Variante «Leitrechen mit Bypass» erarbeitet werden, welches Klarheit über die Machbarkeit und die erwarteten Kosten bringen soll. Zusätzlich werden weitere Abwanderkorridore für die Fische basierend auf dem aktuellen Stand des Wissens sowie zusätzlicher verhaltensbiologischer Studien (akustische Telemetrie, ggf. Radiotelemetrie) am konkreten Fall untersucht.  Ein Kurzbeschrieb zum Projekt kann  in der rechten Spalte  (Box Forschungsprojekt II) heruntergeladen werden. 

Info-Clip zum Forschungsprojekt I (Dauer: 2 Min 59 Sek)

Dokumentation zum Forschungsprojekt I (Dauer: 12 Min 18 Sek)

Forschungsprojekt II

Download des Projektbeschriebs des VAR  (März 2017):

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