Projekt «Fischabstieg»


Gewährleistung eines schonenden Fischabstiegs an grösseren mitteleuropäischen Flusskraftwerken

 

 


 

Fische vor der Leiteinrichtung im Modell (VAW, 2013)

Querbauwerke wie z.B. Flusskraftwerke können Wanderhindernisse für flussauf- oder -abwärts migrierende Fische darstellen. Aus diesem Grund werden bereits seit Jahrzehnten erfolgreich Anstrengungen unternommen, Wasserkraftwerke für Fische in beide Richtungen passierbar zu machen. Während der Fischaufstieg mittels Fischtreppen oder Umgehungsgewässern weitgehend gut gelöst ist, bleibt der schonende Fischabstieg eine weit grössere Herausforderung.

Der Verband Aare-Rheinwerke (VAR) hat deshalb im Jahre 2011 ein Forschungsprojekt zur Untersuchung des Fischabstiegs an mittelgrossen Fliessgewässern initiiert. Ziel der vier Jahre dauernden Studie war es, Lösungen für den Fischabstieg an grösseren, direkt angeströmten Flusskraftwerken zu untersuchen. Mit der Studie beauftragte der VAR die Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich und das Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs (Eawag). Das Projekt begleiteten Fachleute des Bundesamts für Umwelt, des Landes Baden-Württemberg, der Kantone sowie von Fischerei- und Naturschutzverbänden. In das Projekt flossen neben Eigenleistungen der Kraftwerksgesellschaften insgesamt rund 600‘000 Schweizer Franken, finanziert von den Kraftwerken, swisselectric research und den beiden Bundesämtern für Energie (BFE) und für Umwelt (BAFU).

Gegenstand der Untersuchung waren mechanische Verhaltensbarrieren, sogenannte Fischleitrechen, mit deren Hilfe stromabwärts migrierende Fische über Bypässe um grosse Niederdruck-Wasserkraftanlagen geführt werden sollen. Erkenntnisse lieferten physikalische Modellversuche sowie die Analyse realisierter Lösungen an Wasserkraftwerken in den USA, an denen in einigen Regionen Fischabstiegsanlagen betrieben werden. Im Rahmen der mittlerweile abgeschlossenen Arbeit wurde ein Bemessungsvorschlag zur Ermittlung der durch Leitrechen verursachten Fallhöhenverluste, ihre Auswirkunken auf den Kraftwerksbetrieb und die Effizienz der Leitwirkung für einheimische Fischarten erarbeitet.

Das Forschungsprojekt hat auf Stufe Labor interessante Resultate geliefert. Die Arbeiten haben aber vor allem auch gezeigt, dass wir noch sehr wenig wissen. Und dass wir noch sehr weit von einem technischen Standard für grosse Flusskraftwerke entfernt sind. Es braucht mehr Forschung: zum Fischverhalten und zu umsetzbaren Lösungen, welche die Nutzung der Wasserkraft als wichtigste erneuerbare Energiequelle der Schweiz nicht schmälern. 

Info-Clip zum Forschungsprojekt (Dauer: 2 Min 59 Sek)

Dokumentationsfilm (Dauer: 12 Min 18 Sek)


Zwischenberichte 

Download der Zwischenberichte VAW und eawag (Nov./Dez. 2012) und der Kurzberichte in "Wasser Energie Luft": 

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