Forschungsprojekt zum schonenden Fischabstieg (12.01.14)

Der » Verband Aare-Rheinwerke (VAR) – eine Verbandsgruppe des SWV – hat 2011 ein Forschungsprojekt zum schonenden Fischabstieg bei grösseren Wasserkraftwerken gestartet. Ziel der drei Jahre dauernden Studie ist es, umsetzbare Massnahmen zu untersuchen, welche die Nutzung der Wasserkraft nicht schmälern.

Mit der Studie beauftragte der VAR die Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich und das Wasserforschungsinstitut Eawag. Das Projekt begleiten Fachleute des Bundesamts für Umwelt, des Landes Baden-Württemberg, der Kantone sowie von Fischerei- und Naturschutzverbänden. In das Projekt fliessen neben Eigenleistungen der Kraftwerksgesellschaften insgesamt rund 600‘000 Schweizer Franken, finanziert von den Kraftwerken, swisselectric research und den beiden Bundesämtern für Energie (BFE) und für Umwelt (BAFU).

Erkenntnisse liefern Modellversuche mit Leiteinrichtungen als mechanische Verhaltensbarrieren sowie realisierte Lösungen an Wasserkraftwerken in den USA, an denen in einigen Regionen Fischabstiegsanlagen betrieben werden. Die in den USA eingesetzten Lösungen können allerdings nicht einfach auf die mitteleuropäischen Verhältnisse übertragen werden. Dortige Flüsse führen weniger Schwemmholz und Kiesfrachten mit sich. Einige Anlagen sind auch um ein vielfaches größer und haben andere Fallhöhen. Vor allem aber konzentrieren sich in den USA die Massnahmen auf wirtschaftlich interessante Wanderfische wie die Lachse. Im Gegensatz dazu verfolgt die Schweiz mit dem aktuellen Gewässerschutzgesetz einen viel weitergehenden Anspruch, indem die Durchgängigkeit für sämtliche potentiell heimischen Fischarten gewährleistet sein soll. Die Herausforderung besteht also einerseits in der grossen Vielfalt von weitgehend unbekannten Fischansprüchen und andererseits in der Suche nach umsetzbaren Lösungen, welche die Nutzung der Wasserkraft als wichtigste erneuerbare Energiequelle der Schweiz nicht schmälern.

Die Versuche am Modellgerinne mit den Fischen werden Ende 2013 abgeschlossen und anschliessend ausgewertet. Schlussberichte zur Studie werden voraussichtlich im Sommer 2014 vorliegen. Zwischenberichte und eine aktuelle Medienmitteilung können von der Webseite heruntergeladen werden (vgl. Link).

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