Fortsetzung Forschungsprojekt Fischabstieg (30.03.17)

Flusskraftwerke können ein Hindernis für Fische darstellen. Während für den Fischaufstieg mittels Fischtreppen oder Umgehungsgewässern inzwischen ein guter Stand der Technik existiert, bleibt der schonende Fischabstieg eine Herausforderung. Es fehlt Grundlagenwissen.

Die Betreiber von Wasserkraftwerken an Aare, Reuss, Limmat und Hochrhein haben deshalb im Jahre 2011 über ihren Verband Aare-Rheinwerke (VAR) ein erstes Forschungsprojekt zur «Gewährleistung eines schonenden Fischabstiegs an grösseren mitteleuropäischen Flusskraftwerken» initiiert. Die Arbeiten wurden  Anfang 2015 mit einer  Dissertation der ETH Zürich abgeschlossen und publiziert.  Auf  Stufe Labor hat die Forschung interessante Erkenntnisse geliefert, namentlich zu mechanischen Verhaltensbarrieren, sog. Leitrechen oder Bar Racks mit Bypass. Gleichzeitig sind aber viele neue Fragen aufgetaucht: einerseits zur technischen Umsetzbarkeit bei grossen Flusskraftwerken und andererseits zum grossräumigen Wanderverhalten der Fische in unseren Gewässern.

Für die weiteren Untersuchungen  hat der VAR nun zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) und betroffenen Kantonen ein Folgeprojekt lanciert. Die Zielsetzung besteht in der Prüfung der Machbarkeit von Leitrechen an konkreten Fallbeispielen sowie in der Untersuchung des Fischverhaltens, weiterer Abwanderkorridore und Verletzungsraten. Folgende zwei Schlüsselfragen stehen im Vordergrund: Sind Leitrechen an grossen Flusskraftwerken technisch umsetzbar und zu welchen Kosten?  Gibt es kosteneffizientere Alternativen für den schonenden Abstieg und wenn ja, welche?

Zur Beantwortung der Fragen soll an zwei repräsentativen Aarekraftwerken, namentlich Bannwil und Wildegg-Brugg, je ein technisches Vorprojekt für die Variante «Leitrechen mit Bypass»  erarbeitet werden.  Zusätzlich sollen weitere Abwanderkorridore für die Fische basierend auf dem aktuellen Stand des Wissens sowie verhaltensbiologischer Studien (akustische Telemetrie, ggf. Radiotelemetrie) am konkreten Fall untersucht werden.

Die Finanzierung des  Projektes erfolgt gemäss Art. 15abis des Energiegesetzes (EnG, Stand: 1. Januar 2017) über den u.a. für Sanierungen der Fischgängigkeit von Wasserkraftanlagen eingerichteten Fonds aus zweckgebundenen Zuschlägen auf dem Stromübertragungsnetz. Rechtzeitige Finanzierungszusagen vorausgesetzt, dürften  erste belastbare Erkenntnisse aus den Untersuchungen ab dem Jahre 2020 vorliegen.

Ein Kurzbeschrieb zum Projekt kann über untenstehenden Link von der Webseite des VAR  heruntergeladen werden.

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