Leichter Produktionszuwachs Wasserkraft in 2014 (04.06.15)

Gemäss der vom Bundesamt für Energie (BFE) geführten Statistik zu den Wasserkraftanlagen der Schweiz (WASTA) ist per 1.1.2015 trotz vereinzelter Neu- und Umbauten ein leichter Rückgang der installierten Leistung und ein leichter Zuwachs der mittleren Produktions-erwartung aus einheimischer Wasserkraft zu verzeichnen. 

Im 2014 wurden 17 Zentralen nach Neubau und 6 Zentralen nach Umbau in Betrieb gesetzt (1 mit Leistung > 10 MW, 8 mit Leistungen zwischen 1 und 10 MW und 8 mit Leistungen < 1 MW). Mit einem Beitrag von über 60 GWh/a dominierend ist das nach einem kompletten Neubau wieder in Betrieb gesetzte Kraftwerk Rüchlig an der Aare (inkl. Dotierzentrale). Weitere relevante Beiträge von je rund 10–20 GWh/a liefern die neuen Zentralen Tasnan (Unterengadin), Lavin (Prà da Plaiv) und Ulrichen (Oberwallis) sowie das umgebaute Kraftwerk Dala (Leuk). Zu beachten sind allerdings auch Wertberichtigungen bei bestehenden Anlagen: die bereits vor längerer Zeit ausser Betrieb genommene Zentrale Chandoline hat durch Neuverteilung des Wassers innerhalb des Kraftwerkkomplexes Grande Dixence Berichtigungen bei den Zentralen Bieudron, Fionnay, Nendaz sowie Mauvoisin zur Folge und die wegen Maschinenschaden ausser Betrieb gesetzte Zentrale Fully fällt ganz weg. Trotz der neuen Inbetriebnahmen ging deshalb die gesamte installierte Leistung sämtlicher Wasserkraftzentralen der Schweiz im Berichtsjahr 2014 um 85 MW zurück auf 13 744 MW (ab Generator). Die mittlere Produktionserwartung aller Wasserkraftanlagen steigerte sich netto um 118 GWh/a auf neu rund 36 400 GWh/a (ab Generator, ohne Umwälzbetrieb) – was allerdings einem Zuwachs von gerade mal 0.3% und damit eher Stagnation entspricht.

Aktuell im Bau befinden sich 33 Zentralen, davon 25 Neu- und 8 Umbauten. Das sind zum einen weiterhin die neuen grossen Pumpspeicherwerke Linth-Limmern und Nant de Drance sowie die Erweiterung des Pumpspeicherwerkes Hongrin-Léman, die ab ca. 2015 bis 2017 der Schweiz einen enormen Leistungszuwachs von rund 2100 MW bringen werden. Zum anderen beinhaltet der laufende Zubau verschiedene Lauf- und Speicherwerke, die einen Zuwachs von 324 MW Leistung und rund 416 GWh/a Produktion erwarten lassen (brutto, ohne Wertbereinigungen durch Sanierungen oder Ausserbetriebnahmen). Mehr als ein Drittel dieses Zubaus entfällt auf die voraussichtlich ab 2017 wirksamen Ausbauten bei den Zentralen Handeck und Innertkirchen (Kraftwerke Oberhasli). Weitere grössere Beiträge über 10 GWh/a liefern bereits ab 2015/2016 die Inbetriebnahmen der Zentralen Hagneck (Bielersee), Russein (Surselva), Mitlödi (Föhnen/ Sool), Laubegg (Garstatt) und Jungbach (St. Niklaus) sowie ab 2019 der Schweizer Anteil des neuen Gemeinschaftskraftwerks Inn (Engadiner Kraftwerke).

Die tatsächliche hydroelektrische Produktion betrug im Jahr 2014 gemäss Daten des BFE total 39 308 GWh (Vorjahr 39 572 GWh) bzw. nach Abzug des Verbrauchs der Speicherpumpen 36 953 GWh (Vorjahr: 37 440 GWh). Wie bereits im Vorjahr erzeugten die Wasserkraftanlagen der Schweiz wetterbedingt wiederum ein sehr gutes Ergebnis, das nur von den ebenfalls wasserreichen Jahren 1999 und 2001 übertrumpft wird. Wie üblich entfiel etwas mehr als die Hälfte der Produktion auf die Sommermonate und ebenfalls etwas mehr als die Hälfte auf die Speicherkraft-werke. Der Anteil der Produktion aus Speicherkraftwerken ist gegenüber den Laufkraftwerken im Berichtsjahr allerdings etwas angewachsen. Insgesamt deckte die in Wasserkraftanlagen produzierte Elektrizität nach Abzug der Pumpenergie wiederum hohe 59.8% (Vorjahr: 58.7%) des Landesverbrauches der Schweiz.

Die Statistik kann im Original auf der Webseite des BFE heruntergeladen werden und ist für Anlagen > 0.3 MW auch auf der Webseite des SWV zusammengestellt und ausgewertet. Die Zusammenfassung zur Witterung und hydroelektrischer Produktion kann auch dem Jahresbericht 2014 des SWV entnommen werden, der mit der nächsten Ausgabe von «Wasser Energie Luft» und auf der Webseite publiziert ist.


©  Schweizerischer Wasserwirtschaftsverband | Impressum / Disclaimer | Kontakt