Perspektiven der Schweizer Wasserkraft (28.02.14)

Die Wasserkraft befindet sich in einer äusserst schwierigen Situation, weil der massive Zerfall der europäischen Grosshandelspreise bereits die Rentabilität der bestehenden Produktion gefährdet. Ein aktueller Artikel in unserer Zeitschrift «Wasser Energie Luft» gibt einen Überblick über die Situation und die Perspektiven.

Die Nutzung der Wasserkräfte spielt in der Schweiz mangels anderer einheimischer Energiequellen seit jeher eine grosse Rolle. Bis 1970 bestand die einheimische Stromproduktion fast ausschliesslich aus Wasserkraft. Heute hat sich ihr Anteil an der gesamten Stromproduktion der Schweiz bei rund 56 Prozent konsolidiert, bei gleichzeitig grosser volkswirtschaftlicher Bedeutung. Mit der von der Politik ausgerufenen Energiewende und dem Bedarf nach zusätzlicher erneuerbarer Produktion soll die Wasserkraftnutzung nun weiter ausgebaut werden. Dabei wird allerdings der schlechten wirtschaftlichen Situation der Wasserkraft im aktuellen Umfeld zu wenig Beachtung geschenkt. Diese ist geprägt durch einen massiven Zerfall der europäischen Grosshandelspreise, der jegliche Ausbaupläne des Bundes als Makulatur erscheinen lässt und bereits die Rentabilität und damit den Erhalt der bestehenden Wasserkraftproduktion gefährdet. Gleichzeitig wird die Wasserkraft mit immer neuen Abgaben und Anforderungen belastet und ist damit gegenüber den subventionierten neuen erneuerbaren Stromquellen doppelt diskriminiert.

Die Aussichten auf schnelle Besserung der schwierigen Lage sind nicht zuletzt aufgrund der europaweit grassierenden Subventionswirtschaft nicht besonders rosig. Soll die einheimische Wasserkraft tatsächlich gestärkt statt geschwächt werden, braucht es dringend Korrekturen an der Energiepolitik. Noch vor einem allfälligen Ausbau muss es primär darum gehen, die bestehende Produktion aus Wasserkraft zu erhalten. Das beinhaltet unter anderem die Sicherstellung der Erträge der Wasserkraft und die Abkehr von der Subventionswirtschaft. Bei der Diskussion um mögliche Lösungen sind die wichtigsten Stellschrauben der Wasserkraft zu berücksichtigen: während bei Neu-, Erweiterungs- und Ersatzbauten naturgemäss die Kapitalkosten dominieren, sind beim Betrieb bestehender Anlagen die zunehmenden Anforderungen und die Abgaben an die öffentliche Hand bereits die grössten Kostentreiber.

Der Artikel ist in «Wasser Energie Luft» Heft 1/2014 publiziert und kann auch auf der Webseite als pdf-File heruntergeladen werden.

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